Aktuelle Nachrichten

11.11.2019

Deutsche Arbeitnehmer zögern bei Umschulungen und Weiterbildungen

Upskilling und Reskilling, also das Erlernen zusätzlicher oder neuer Fertigkeiten, gilt für Beschäftigte in Zeiten des digitalen Wandels als unerlässlich. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass deutsche Arbeitnehmer im weltweiten Vergleich sehr zögerlich bei Weiterbildungen und Umschulungen sind. Die Bereitschaft, sich zu verändern, müsse hierzulande stärker gefördert werden.

Für die Studie haben die Strategieberatung BCG, die Jobplattform Stepstone und das Jobbörsen-Netzwerk The Network insgesamt 366.000 Menschen aus 197 Nationen befragt, davon rund 17.000 in Deutschland. Demnach investieren in der Bundesrepublik nur 38 Prozent der Befragten regelmäßig Zeit in Weiterbildungen. Weltweit liegt der Schnitt bei 65 Prozent.

Das ist umso erstaunlicher, da 55 Prozent der Deutschen große Veränderungen für ihren Job durch neue Technologien erwarten, während es weltweit nur 49 Prozent sind. Das sichert ihnen in der Studie einen Platz in der Gruppe der "Zögernden", die große Auswirkungen erwarten, aber noch nicht viel tun, um sich darauf vorzubereiten. Länder wie Japan reagierten dagegen als "proaktive Veränderer" mit mehr Weiterbildung.

Kommunikationsfähigkeiten werden global als eine der wichtigsten Kompetenzen eingeschätzt, um die Globalisierung und Automatisierung erfolgreich meistern zu können, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Bei den deutschen Befragten stehen zudem Problemlösungsfähigkeiten, Führungskompetenz und analytische Fähigkeiten hoch im Kurs.

In der Bereitschaft zum Re- und Upskilling liegt großes Potenzial, fasst Stepstone-Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers die Ergebnisse zusammen. Unternehmen und Politik sollten sie daher fördern: "So kann die Weiterbildung zu einer wesentlichen Antwort auf den Fachkräftemangel werden."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.