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14.11.2019

Personalcontrolling führt meist noch ein Nischendasein

Obwohl Personalcontrolling zu den strategischen Prozessen der Personalarbeit zählt, wird sein Stellenwert oft unterschätzt. Durch Big Data und Advanced Analytics entstehen neue Potenziale, die reines KPI-Reporting ablösen können, schreiben zwei Wissenschaftler in einem Beitrag für die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Dafür müsste sich aber die Rolle des Personalcontrollers ändern.

Bisher erstrecke sich der Anspruch des Personalcontrollings meist auf die Versorgung mit Kennzahlen zu aktuellen Gegebenheiten in Form von Reportings und Kostenprognosen, schreiben Professor Dr. Silke Wickel-Kirsch und Professor Dr. Thorsten Petry von der Hochschule RheinMain. Das klassische Controlling mit Zielausrichtungsaufgabe mittels Soll-Ist-Abgleichen und -Analysen sei dagegen weniger ausgeprägt. Dadurch werde die Chance auf Steuerung vergeben.

Durch die Digitalisierung erhöhe sich jedoch die Relevanz des Controllings: Sie könne dabei helfen, HR-Prozesse weiter zu automatisieren und dadurch effizienter, schneller und qualitativ besser zu machen. Hinzu kämen neue Möglichkeiten der Nutzung von Daten für personalbezogene Analysen und Entscheidungsempfehlungen. Gleichzeitig würden die Analysen vielfältiger, was ebenfalls zu informationsbasierteren Entscheidungen führe.

Was im Onlinehandel bereits üblich ist, setze sich auch in anderen Bereichen durch, heißt es in dem Beitrag weiter: "Dieser Entwicklung wird sich auch das Personalmanagement nicht entziehen können." Das verändere auch das Anforderungsprofil des Personalcontrollers: Er müsse neben klassischem Controlling-Know-how auch eine strategische Sichtweise auf das Unternehmen einnehmen und seine Schlüsse daraus überzeugend kommunizieren können.

In der Praxis sei aber problematisch, dass die Zahlenaffinität der Personaler oft nicht besonders hoch ist. Außerdem sei die Stelle eines Personalcontrollers eine, "die nicht zwingend auf die Karriere zum Personalleiter einzahlt". Die Autoren schlagen als Option vor, dem klassischen einen neuen Typ des Personalcontrollers zur Seite zu stellen. Einen, der zum Beispiel Physik oder Mathematik studiert hat und diese Fähigkeiten im Personalcontrolling insbesondere in People Analytics einbringt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.