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03.12.2019

Barrierefreie Bewerbungsprozesse: Kleiner Aufwand, große Wirkung

Die Jobbörse Indeed empfiehlt Arbeitgebern, dem Thema Inklusion im Recruiting mehr Beachtung zu schenken. In der Anstellung von Menschen mit Behinderung liege insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels viel Potenzial, während diese wiederum immer noch zu oft Schwierigkeiten hätten, einen Job zu finden. Voraussetzung sind möglichst barrierefreie Recruitingprozesse und Bewerbungsverfahren.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren in Deutschland im Jahr 2017 nur 46,9 Prozent der schwerbehinderten Menschen zwischen 15 und 65 Jahren erwerbstätig. Die Quote der Bevölkerung insgesamt lag dagegen bei 75,2 Prozent. Neben dem Abbau von Vorurteilen sollten Arbeitgeber daher konkrete Maßnahmen ergreifen, um mehr Bewusstsein für Menschen mit Behinderung im Recruiting zu schaffen.

Indeed empfiehlt dazu einen Drei-Punkte-Plan. Zunächst sollten die Stellenbeschreibungen analysiert werden - und unwichtige Anforderungen, die Bewerber mit bestimmten Behinderungen ausschließen könnten, weggelassen werden. Studien hätten gezeigt, dass viele qualifizierte Jobsuchende von einer Bewerbung absehen, wenn sie glauben, nicht alle erforderlichen Qualifikationen mitzubringen.

Der zweite Blick sollte sich auf die Barrierefreiheit der Karriereseite richten. So sollte der Text für Menschen mit Sehbehinderung von einem Screenreader vorgelesen werden können, die Bilder Beschreibungen enthalten und Videos untertitelt sein. Auch der Bewerbungsprozess sollte schließlich die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen berücksichtigen. So sollten die Räume, in denen Tests oder Vorstellungsgespräche stattfinden, barrierefrei zugänglich sein. Zudem benötigen sie bei eingeschränkter Sehfähigkeit eventuell mehr Zeit für einen Test oder vergrößerte Kopien von Materialien.

"Häufig kann man am äußeren Erscheinungsbild einer Person nicht festmachen, ob diese eine Behinderung hat", betont die Jobbörse jedoch ebenfalls. So sollten Arbeitgeber auch bei den Mitarbeitern für mehr Bewusstsein für das Thema sorgen. Insgesamt seien viele Anpassungen "relativ einfach und zu geringen Kosten" umsetzbar. Ist das geschehen, sollte das Engagement für Inklusion auch in den Stellenbeschreibungen angegeben werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.